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Tipps zur Silageabdeckung

Die wichtige Maisernte und –silierung steht vor der Türe. Silageverluste, durch eine schlechte Silierung bedeuten höhere Kosten und mehr Arbeitsaufwand bei der Entsorgung. Wir geben Tipps, mit denen man die Abdeckung des Silo´s optimieren kann.

  1. Tipp:

Eine gute/frühzeitige Planung

Mit einer frühzeitigen Planung geht die Arbeit leichter von der Hand. Diese beinhaltet sowohl genügend Arbeitskräfte, wie auch das Vorhandensein von ausreichendem Material (Silofolie, Sandsäcke, Silonetze, Seitenwandfolie usw.) Vergessen Sie dabei nicht die Zeitplanung. Mit wem muss zum spätesten Zeitpunkt was abgesprochen sein? Wer übernimmt zu welchem Zeitpunkt welche Aufgaben? Wann muss welches Material an welchem Ort sein? Je eher die Arbeiten im Voraus koordiniert sind, desto weniger Stress und Probleme treten bei der eigentlichen Anlage eines Silos auf. Sprechen Sie mit dem Lohnunternehmen bzw. mit dem Fahrer des Walzfahrzeuges über die Verdichtung des Silos und beachten Sie, dass Sie mit einer schlecht angelegten Silage, selbst bei guter Abdeckung, jeden Tag bares Geld verlieren.

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2.Tipp:

Vorbereitung des Silos

Vor dem Einlagern der neuen Ernte muss das Silo sehr gut gereinigt werden. Futterreste oder sonstige Verschmutzungen können zum Verderb der neuen Ernte führen. Evtl. bietet sich ein Siloanstrich mit spezieller Silofarbe an. Dieser schützt das Fahrsilo vor den Säuren der Silage.

Die Wände des Fahrsilos sollte man mit Seitenwandfolie auskleiden. Diese schützen die Seitenwände vor Gärsäuren und dichten das Silo gegen das Eindringen von Luft oder Flüssigkeiten ab. Dies kann Fehlgärung oder Fäulnis verhindern. Befestigen Sie die Seitenwandfolie vor der Befüllung des Silos mit Wandfolienklemmen, dies beugt einer Zerstörung der Folie vor und verhindert das Verwehen der Folie bei windigem Wetter. Werden mehrere Folienstücke verwendet, sorgen Sie für eine ausreichende Überlappung (1,20 – 1,80 m) um einen Sauerstoffeintritt zu vermeiden. Eine Befestigung der Wandfolie auf dem Boden des Fahrsilos erhält man, indem man auf diesen Folienstreifen etwas Siliergut schüttet. Sehen Sie hier wie man die Seitenwandfolie mit nur 1 Person anbringt.

  1. Tipp:

Befüllung des Silos

Eine gute Form und Oberfläche ist wichtig für eine gute Silage. Die Silooberfläche sollte so gestaltet sein, dass zum einen die Folie glatt aufliegt und zum anderen das Wasser überall gut und in die richtige Richtung ablaufen kann. Bitte achten Sie auch darauf, dass kein Schmutz bei der Befüllung über die Traktorreifen in das Futter gelangt. Dies beeinträchtigt die Qualität der Silage.

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4.Tipp:

Abdeckung des Silos

Die Gärung des Silos beginnt bereits wenige Stunden nach der Einlagerung. Gärverluste werden nur vermieden, wenn das Silo schnell luftdicht verschlossen wird. Dauert die Ernte und somit die Anlage des Silos mehrere Tage, ist eine Teilabdeckung des bereits fertig „modellierten“ Silos zu empfehlen.

Zur Abdeckung wird zuerst eine Unterfolie über das gesamte Silo gelegt. Sie sollte direkt auf der gesamten Silage liegen. Die Seitenwandfolie wird darüber gelegt, Richtung Mitte des Silos. Darauf wird die Silofolie gelegt. Diese sollte seitlich über den Rand hinaus ragen. Werden mehrere Folienstücke verwendet, sollten diese ausreichend übereinander lappen (1,20 bis 1,80 m).

5.Tipps:

Silofolien

Wir empfehlen die Verwendung einer Unterfolie und eine Siloabdeckfolie. Silofolien werden derzeit fast ausschließlich aus umweltfreundlichem Polyethylen (PE) in verschiedenen Farben (weiß, schwarz, grün, schwarz-grau, schwarz-weiß), Breiten (4 – 16 m), Dicken von 100-200 µm und drei Qualitätsklassen (Standard, Qualität, DLG-geprüft) angeboten. Die Verwendung DLG-geprüfter Folien ist dabei trotz tendenziell etwas höherem Preis anzuraten, weil sie u.a. auf Materialbeschaffenheit, Folienstärke, Reißkraft, Reißfestigkeit, Dehnfähigkeit und Gasdurchlässigkeit sowie Säurebeständigkeit und Alterungsverhalten für den Silageeinsatz neutral überprüft worden sind.

Unterfolie:

Diese sehr dünne Folie (40 µm) saugt sich an die Silage und verhindert so einen Lufteintritt. Gerade bei geöffneten Fahrsilos verhindert diese Folie, dass die Luft weiter in den Silostock eindringt. Die Unterfolie soll direkt auf der Silage liegen, seitlich wird die Silofolie darüber gelegt.

Silofolie:

Stärke der Silofolie:        Üblicherweise zwischen 120 bis 200 µm, bei einmaligem Gebrauch. Multisilofolien haben eine Stärke von 500 µm (mehrmaliger Gebrauch möglich)

Die Stärke wird in µm ausgedrückt. 1 µm = 0,001 mm Stärke (150 µm= 0,150 mm Folienstärke)

Farbe der Silofolie:         Silofolien sind meist einfarbig weiß oder schwarz eingefärbt. Bei zweifarbigen Silofolien ist die Oberseite weiß und die Unterseite schwarz oder auch grün. Alle Farben bieten verschiedene Vor- und Nachteile. Bei schwarzer Folie liegt die Temperatur direkt unter der Folie höher, als unter weißer Folie. Da sich die erhöhte Temperatur allerdings nur max. 10 bis 15 cm weit in die Silage fortsetzt und keinen Einfluss auf die Silagequalität hat, können wir für das Fahrsilo uneingeschränkt schwarze Folie empfehlen.

Größe der Silofolie:        Es empfiehlt sich, die Silofolie so breit zu wählen, dass die Folie seitlich über den Rand hinausragt und darauf noch Sandsäcke gelegt werden können. So verhindert man, dass Wasser in den Silostock läuft.

Bitte achten Sie auch des weiteren auf eine hohe Gasdichte und Reißfestigkeit der Folie.

Achtung: Kontrollieren Sie immer die Folien auf Schäden. Für Schäden reicht ein unsachgemäßer Transport oder die Ablage auf einer Schotterfläche aus. Die Folie wird somit auf dem Silo anfälliger für Schäden.

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  1. Tipp:

Viele Hände – schnelles Ende

Gerade bei der Abdeckung sind viele Helfer „Gold“ wert. Achten Sie darauf, dass die Helfer mit Handschuhen ausgestattet sind. Gerade die Unterfolie ist anfällig für Löcher durch z.B. zu lange Fingernägel. Am besten greift man die Ecken der Folie als Bündel. Dadurch reduziert sich die Gefahr von Löchern und es kann kräftiger gezogen werden. Die Unterfolie sollte auch nicht betreten werden.

  1. Tipp:

Silosäcke/ Sandsäcke

Silosandsäcke können gegenüber Reifen einen kompletten Luftabschluss schaffen. Es empfiehlt sich, die Sandsäcke zu 2/3 mit Kies (ohne Feinanteil) zu befüllen, so passen sie sich dem Untergrund besser an. Kies (ohne Feinanteil) deshalb, weil es keine Feuchtigkeit speichert.  Stapeln Sie die Sandsäcke auf eine große Palette, dann lassen sich diese gleich an den richtigen Platz transportieren.

Über Kreuz legen und bei nichtgebrauch vor Sonne schützen, so halten Ihre Sandsäcke noch länger. (Kann man prima ein paar Tage vorher vorbereiten!)

Zur Abdichtung der Silokanten oder auch von Überlappungen legen Sie die Sandsäcke einfach jeweils auf die Schlaufe des vorangehenden. Rund ums Fahrsilo wird dann eine Reihe oder evtl. sogar zwei Reihen gelegt. In regelmäßigen Abständen sollte dann eine Querreihe den Lufteintritt bei geöffnetem Silo verhindern und gleichzeitig vor Schäden durch Stürme schützen. (evtl. kann der Übergang von Siloschutzgittern dafür genutzt werden.)

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  1. Tipp:

Schutz für´s Silo

Die Beanspruchung ist ausschlaggebend für die Wahl des Siloschutzgitters. Bei sehr starkem Krähenbefall sollten Sie zu einem Siloschutzgitter greifen, bei dem die Fäden noch enger gewoben sind. Achten Sie bei den Maßen des Siloschutzgitters auf die Entnahmegeschwindigkeit. In den meisten Fällen ist eine Siloschutzgitter-Breite von 5 m ideal. Die Fahrsilobreite braucht mit dem Siloschutzgitter nicht überragt werden.

9.Tipp:

Schäden vermeiden

Vermeiden Sie Schäden an der Silofolie während der gesamten Lagerungsdauer. Halten Sie das Gebiet neben dem Silo sauber und stellen Sie ggfls. Zäune gegen wilde Tiere auf.

10.Tipp:

Regelmäßige Kontrolle

Überprüfen Sie die Siloabdeckung regelmäßig. Werden Beschädigungen festgestellt, sollten diese umgehend repariert werden. Schäden in der Folie durch Vögel oder Schadnager bedeuten einen Verlust durch den Lufteintritt und dem darauf folgenden Verderb.

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