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Milch nicht billiger als Wasser verramschen

Originalartikel auf Topagrar.de

Milcherzeuger arbeiten 365 Tage im Jahr. Ihre Produkte verdienen deshalb einen anständigen Preis und dürfen nicht billiger als so manches Mineralwasser sein. Das machte der niedersächsische Kammerpräsident Gerhard Schwetje deutlich.

Auf dem Milcherzeugerforum der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Harsefeld (Kreis Stade) diskutierten Experten und Teilnehmer über die aktuelle Lage der Milchbauern. Nach dem schwierigen Wirtschaftsjahr 2015/16 mit Tiefpreisen von 20 Cent/kg würden die Milchpreise aktuell zwar wieder steigen. Da die Erzeuger 365 Tage im Jahr arbeiteten „verdienen sie es, dass Milch zu anständigen Preisen verkauft wird – und nicht viel billiger als so manches Mineralwasser“, betonte Schwetje.

Einig waren sich laut Kammer die Experten und Teilnehmer des Milchforums darüber, dass die Produktionsstrategien möglichst genau auf den Hof abgestimmt sein müssen, um in schlechten Zeiten bestehen und in guten Rücklagen bilden zu können. „Jeder Milchviehbetrieb muss je nach Marktlage seine betriebsindividuelle Strategie entwickeln“, empfahl Dr. Stefan Weber von der LMS Agrarberatung GmbH in Rostock. Der Experte sieht gerade bei der Jungviehaufzucht auf vielen Höfen noch Handlungsbedarf.

Experte Dr. Stefan Rensing vom Rechenzentrum Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung in Verden geht davon aus, dass die Kuh der Zukunft dank ihrer genetischen Veranlagung mehr und länger Milch geben wird. „Die Lebensleistung wird künftig noch deutlicher zunehmen und im neuen Jahrzehnt die Marke von 30 000 kg Milch erreichen, auch weil künftig ein deutlicherer, positiver Trend bei der Nutzungsdauer zu erwarten ist“, erläuterte Rensing. Aktuell liegt die Lebensleistung von Milchkühen ihm zufolge bei etwa 27 000 kg.

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